Ignorer et passer au contenu
Eye Icon

Bitte Lieferland und Währung prüfen (Weltkugel-Icon klicken). Wechsel dauert etwa 10 Sekunden.

Polydatin vs. Resveratrol – was ist wirklich „besser“? Polydatin vs. Resveratrol – was ist wirklich „besser“?

Polydatin vs. Resveratrol – was ist wirklich „besser“?

Immer wieder werden wir gefragt: „Ist Polydatin nicht viel besser als Resveratrol – sogar besser als liposomales Resveratrol?“ Diese Frage ist berechtigt, denn in der Fachliteratur taucht Polydatin zunehmend als spannender Wirkstoff auf.

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen erklären:

  • Was Polydatin und Resveratrol überhaupt sind,
  • woher die Aussage „Polydatin ist stärker“ stammt,
  • wo die Grenzen der aktuellen Datenlage liegen,
  • und warum AFEGA Resveratrol derzeit anders einordnet als Polydatin.

1. Resveratrol – der Klassiker

Resveratrol ist ein natürliches Polyphenol, das vor allem aus Rotwein, Trauben und dem japanischen Knöterich (Polygonum cuspidatum) bekannt ist. Es wurde populär, weil es in vielen Experimenten:

  • antioxidative und antiinflammatorische Effekte zeigt,
  • bestimmte Langlebigkeitswege in Zellen beeinflusst,
  • und in Tiermodellen Stoffwechsel, Gefäße, Gehirn und weitere Organe schützt.

Das große Problem von Resveratrol ist jedoch: Es wird im Körper extrem schnell umgebaut. Nach der Aufnahme im Darm wird es in Leber und Darm rasch zu Glucuroniden und Sulfaten konjugiert. Im Blut lassen sich dann meist nur sehr geringe Mengen „freien“ Resveratrols nachweisen.

Genau aus diesem Grund gibt es heute verschiedene Formulierungsstrategien: darunter auch liposomales Resveratrol, bei dem das Molekül in Liposomen oder ähnliche Trägersysteme eingekapselt wird, um Aufnahme und Stabilität zu verbessern.

2. Was ist Polydatin?

Polydatin ist chemisch gesehen ein enger Verwandter von Resveratrol: Resveratrol-3-O-Glucosid. Man kann sich das vorstellen als „Resveratrol mit einem Glukosemolekül angehängt“.

Diese kleine Veränderung hat große Folgen:

  • Polydatin ist wasserlöslicher als freies Resveratrol.
  • Es ist im Körper stabiler und wird anders transportiert.
  • Es kann über Glukosetransporter im Darm aufgenommen werden.

Im Körper können Polydatin und Resveratrol gegenseitig ineinander umgewandelt werden: Polydatin kann zu Resveratrol hydrolysiert werden, und beide kommen in Pflanzen (z. B. im japanischen Knöterich) ganz natürlich nebeneinander vor.

3. Bioverfügbarkeit: Wer kommt besser im Körper an?

3.1 Freies Resveratrol

Freies Resveratrol wird zwar relativ gut aufgenommen, aber sehr schnell weiterverarbeitet. Das bedeutet:

  • Die Zellen sehen nur kurze Zeit nennenswerte Mengen freien Resveratrols.
  • Im Blut zirkulieren vor allem Resveratrol-Konjugate (Glucuronide, Sulfate).

3.2 Liposomales Resveratrol

Liposomale Formulierungen und ähnliche Systeme (z. B. spezielle Dispersionen) versuchen, diese Schwäche abzumildern. Sie:

  • schützen Resveratrol vor frühzeitigem Abbau im Darm,
  • verbessern die Aufnahme,
  • führen zu höheren Plasmaspiegeln (meist von Resveratrol-Konjugaten).

Wichtig ist: Das Molekül bleibt chemisch dasselbe. Nur der „Transport“ wird optimiert.

3.3 Polydatin

Bei Polydatin sieht die Situation anders aus:

  • Das angehängte Glukosemolekül macht Polydatin stabiler und besser löslich.
  • In Tierstudien ergeben sich nach oraler Gabe oftmals höhere Serumspiegel von Polydatin als von gleicher Menge Resveratrol.
  • Ein Teil von Polydatin wird im Körper zu Resveratrol umgewandelt, sodass quasi ein „Depot-Effekt“ entsteht.

Auf der Ebene der reinen Bioverfügbarkeit kann man deshalb sagen: Polydatin hat gegenüber unformuliertem Resveratrol klare Vorteile. Ob diese Vorteile auch gegenüber hochoptimierten, liposomalen Resveratrol-Systemen immer bestehen, ist noch nicht systematisch untersucht.

4. Tierstudien: Warum Polydatin oft „besser“ aussieht

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es zahlreiche Tierstudien, in denen Polydatin und Resveratrol direkt miteinander verglichen wurden. Die Ergebnisse lassen sich grob so zusammenfassen:

  • In Modellen für oxidativen Stress, Herzschädigungen, Fettleber oder Stoffwechselprobleme schneidet Polydatin häufig mindestens so gut, oft besser ab als Resveratrol.
  • Marker wie Lipidperoxidation (z. B. MDA) gehen stärker zurück, Schutzenzyme (SOD, Katalase, Glutathion-System) steigen deutlicher an.
  • Die Autoren führen das meist auf die höhere Bioverfügbarkeit und die etwas andere Signalmodulation von Polydatin zurück.

Aus Sicht des Labor-Tierversuchs kann man also durchaus sagen:

Pro Milligramm eingesetzter Substanz zeigt Polydatin in mehreren Modellen stärkere Effekte als unformuliertes Resveratrol.

Das ist vermutlich die Grundlage für Aussagen wie: „Polydatin ist wirksamer als Resveratrol.“

5. Und beim Menschen?

Hier wird es heikel – und genau hier ist für mich als AFEGA-Verantwortlichen die Grenze zwischen spannender Hypothese und belastbarer Aussage.

Für Resveratrol (inklusive verbesserter Formulierungen) gibt es:

  • eine ganze Reihe von Humanstudien zu Herz-Kreislauf-Parametern,
  • Arbeiten zu Blutzucker, Insulinsensitivität und Fettstoffwechsel,
  • einige Studien zu kognitiven Funktionen und Gehirndurchblutung,
  • und langfristige Sicherheitsdaten in üblichen Nahrungsergänzungs-Dosierungen.

Für Polydatin sieht die Lage anders aus:

  • Sehr viele präklinische Daten (Zell- und Tiermodelle),
  • einige klinische Anwendungen in speziellen Situationen (z. B. Schock, Reperfusionsschäden), teils mit intravenöser Gabe,
  • aber insgesamt deutlich weniger laufende und abgeschlossene Humanstudien im typischen „Nahrungsergänzungs-Kontext“.

Das bedeutet: Für den Menschen ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende erzählt. Aus heutiger Sicht wäre es unseriös zu behaupten:

„Polydatin ist beim Menschen klar wirksamer als liposomales Resveratrol.“

Man kann fairerweise sagen:

Polydatin ist ein sehr spannender Resveratrol-Verwandter mit besserer oraler Stabilität und in vielen Tiermodellen teils stärkeren Effekten. Ob sich dieser Vorsprung in der Praxis beim Menschen – insbesondere gegenüber modernen Resveratrol-Formulierungen – durchgängig bestätigt, ist derzeit noch offen.

6. Der oft vergessene Punkt: Regulierung in EU und Schweiz

Neben der wissenschaftlichen Seite gibt es einen zweiten, ganz praktischen Aspekt: die rechtliche Einordnung.

Für Resveratrol gilt:

  • Isoliertes Resveratrol ist in der EU als Novel Food zugelassen.
  • Unter festgelegten Bedingungen (z. B. Herkunft, Reinheit, Dosierungsgrenzen) darf es in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden.

Für Polydatin als isolierte Substanz gibt es diese klare Situation bisher nicht. Es ist sehr wahrscheinlich selbst als Novel Food einzustufen, was ohne spezielle Zulassung einen Einsatz in herkömmlichen Nahrungsergänzungsmitteln in der EU/Schweiz rechtlich problematisch macht.

Pflanzenextrakte, die Polydatin enthalten (z. B. aus japanischem Knöterich), sind eine andere Kategorie – aber ein Produkt, das explizit mit „Polydatin“ als isoliertem Wirkstoff wirbt, bewegt sich regulatorisch auf deutlich dünnerem Eis.

7. Wie ordnet AFEGA das ein?

Für die AFEGA Research Group ergibt sich daraus folgende Position:

  • Wissenschaftlich: Polydatin ist ein sehr interessanter Kandidat, den wir aufmerksam beobachten. Seine bessere Bioverfügbarkeit und die starken präklinischen Daten machen ihn langfristig zu einem möglichen Baustein eines Anti-Aging-Konzepts.
  • Praktisch & regulatorisch: Resveratrol – insbesondere in gut verfügbaren Formulierungen – ist im Moment der robustere und besser abgesicherte Wirkstoff, wenn es um Nahrungsergänzungsmittel in EU und Schweiz geht.
  • Kommunikation: Aussagen wie „Polydatin ist auf jeden Fall besser als liposomales Resveratrol“ werden durch die aktuelle Human-Datenlage nicht ausreichend gestützt. Als seriöser Anbieter möchten wir solche Formulierungen vermeiden.

Für AFEGA bedeutet das konkret:

  1. Resveratrol bleibt vorerst unser bevorzugter Stilben-Wirkstoff im Shop.
  2. Wir behalten Polydatin als Forschungsthema im Blick und prüfen sorgfältig, wie sich Studienlage und Rechtslage entwickeln.
  3. Erst wenn beides – Datenlage und Regulierung – stimmig ist, wäre ein AFEGA-Produkt mit Polydatin eine realistische Option.

8. Fazit für Sie als Anwenderin oder Anwender

Wenn Sie sich fragen, ob Sie sofort auf „Polydatin-Produkte“ umsteigen müssen, lautet meine persönliche Antwort:

  • Nein – dafür ist es noch zu früh. Polydatin ist spannend, aber im Bereich Nahrungsergänzung noch nicht so gut erforscht und rechtlich etabliert wie Resveratrol.
  • Für viele Anwendungsziele (kardiometabolische Gesundheit, Zellschutz, allgemeines Healthy Aging) sind gut formulierte Resveratrol-Produkte derzeit die solidere Wahl.
  • Wer Polydatin einsetzt, bewegt sich heute eher in einem Bereich von „experimenteller Ergänzung“ als in einem evidenzbasierten Standard.

Als AFEGA Research Group ist es unser Anspruch, nicht jedem Trend unkritisch hinterherzulaufen, sondern neue Substanzen sorgfältig zu prüfen – wissenschaftlich, praktisch und rechtlich. Polydatin bleibt für uns ein sehr interessantes Thema. Aber es ist im Moment eher ein Forschungsprojekt als ein fertiger Baustein für den Alltag im Shop.

Laissez un commentaire

Veuillez noter que les commentaires doivent être approvés avant d'être affichés

Back to top